Historische Untersuchung von Altlasten

In die historische Untersuchung von Altlasten investierte Zeit und Geld ist gut investiert. Alles, was man in dieser Phase versäumt, muss man später in wesentlich teureren technischen Untersuchungen x-fach bezahlen. Uns sind Fälle bekannt, in denen 20 Jahre lang von Gutachtern und Behörden die wesentlichen Fragen nicht gestellt und so vermeidbare sehr kostspielige technische Untersuchungen gemacht wurden. Dabei ist die Historische Untersuchung nicht nur die Grundlage für eine zielgerichtete technische Untersuchung. Sie ist auch für die Aufteilung von Untersuchungs- und Sanierungskosten von entscheidender Bedeutung.

Für die Historische Untersuchung von Altlasten müssen die die verschiedenen Nutzungen und Grundeigentümer möglichst umfassend erhoben werden. Die zeitliche und räumliche Entwicklung der verschiedenen belastungsrelevanten Prozesse auf dem Standort sollte ausführlich dargestellt werden. Falls die Recherchen aus Kostengründen oder Bequemlichkeit zu stark auf die aktuellen Nutzungen fokussiert werden, besteht das Risiko, dass vergangene Tätigkeiten und damit zusätzliche Schadstoffherde nicht beachtet werden. Unter Umständen bleibt auch unbekannt, ob vor dem aktuellen Standortinhaber unter Umständen andere für die Schadstoffe verantwortlich und damit zahlungspflichtig sind.

In der Historische Untersuchung von Altlasten werden Fragen zum Betrieb gestellt: Wer hat an welcher Stelle produziert. Diese Frage ist für den aktuellen Standortinhaber sehr wichtig. Gemäss Umweltschutzgesetz muss nämlich derjenige für die Kosten der Sanierung zahlen, der den Schaden verursacht hat. Es sollten also möglichst flächenbezogen alle Betriebe beschrieben werden, die seit der erste Bebauung der Parzelle dort tätig waren. Dazu gehört ihre Branche, die Mitarbeiterzahl, die Verfahren, die verwendet wurden, die eingesetzten und produzierten Produkte und die Frage, ob die eingesetzten Verfahren “trocken”, “wässrig” oder mit Lösungsmitteln durchgeführt wurden.

In der Historischen Untersuchung von Altlasten werden sodann Fragen zum Areal gestellt. Wichtig ist eine lückenlose Aufstellung der Eigentumsverhätlnisse seit dem Stadium “grüne Wiese”. Es sollte auch beschrieben werden, ob es irgendwo künstliche Auffüllungen gibt oder unter Umständen angrenzende Areal, die Verursacher von Belastungen sein könnten.

In der Historische Untersuchung von Altlasten folgt danach eine Geschichte der verschiedenen Gebäude auf dem Areal. Dabei wird die Geschichte beschrieben, angefangen beim Baujahr über die Nutzung, Unterkellerungen und die darin durchgeführten Nutzungen. Wichtig ist auch der aktuelle Zustand der Gebäude. Es geht um die Art des Bodens (z.B. Beton), den Zustand des Bodens (hat der Beton Risse, wie sauber sieht er aus), Schutzbeläge, Abdichtungen, Entwässerungen und Bodenabläufe. Wenn dies im Zeitablauf bekannt ist, gibt es wertvolle Hinweise, welche umweltrelevanten Produkte überhaupt im jeweiligen Gebäude vorkamen ob und wie sie hätten in die Umwelt gelangen können.

In der Historischen Untersuchung von Altlasten folgt als nächstes die Frage nach möglichen Störfällen. Das können Brände, Überschwemmungen etc. gewesen sein. Auch hier ist die Frage, ob dabei umweltrelevante Stoffe ausgetreten sein könnten und wohin sie gelangt sein könnten. Unter Umständen geben sich auch Hinweise, ob Versicherungen für Teile der Altlastensanierung herangezogen werden können.

Ein wichtiger Bereich in der Historische Untersuchung von Altlasten ist die Frage nach dem Abwasser. Welche Arten von Abwasser gab es in der Vergangenheit, wie waren sie belastet? Wohin wurden sie abgeleitet? Gab es eine Trennung von häuslichen und betrieblichen Abwässern? Wurden spezielle Reinigungsverfahren für Abwasser verwendet. Eine wichtige Informationsquelle für diese Fragen sind die Archive der Behörden.

Ebenso wird in der Historische Untersuchung von Altlasten nach der Abluft gefragt. Es muss geklärt werden, welche Art von Abluft es gab, wohin sie gelangt ist und ob Substanzen aus der Abluft irgendwo wieder hätten in den Untergrund gelangen können.

Ausserdem wird in der Historischen Untersuchung von Altlasten nach Abfällen gefragt. Es muss klar sein, welche Arten von Abfällen es gab, welche möglichen Belastungen sie enthielten, wo sie gelagert wurden, wie sie aufbereitet und entsorgt wurden.

Ein besonderes Augenmerk in der Historischen Untersuchung von Altlasten gilt den verwendeten Maschinen. Ein ansonsten für die Umwelt völlig harmloser Betrieb kann in den Maschinen Belastungspotential haben. Darum werden die Maschinen und ihre Standorte beschrieben, es werden mögliche Kühlmittel, Befettungen und der Unterhalt der Maschinen beschrieben. Ein Verdacht auf Kohlenwasserstoffbelastungen kann sich aus Tropfverlusten von Schmiermitteln und hydraulischen Einrichtungen ergeben.

In der Historische Untersuchung von Altlasten werden auch logistische Wege nicht ausser Acht gelassen. Es wird gefragt, wo welche Art von Ware angeliefert wurde, wo sie umgeschlagen und wo gelagert wurde. Dabei wird ein Augenmerk auf mögliche Tropfverluste gelegt.

Ebenfalls werden Lagerorte in die Historische Untersuchung von Altlasten einbezogen. Die gelagerten Stoffe, speziell Flüssigkeiten, werden beschrieben. Informationen über Abläufe, Schutzbauwerke, Überdachungen, Versiegelungen im Freien sind wichtig. Wenn Mengenangaben gemacht werden können, so gibt das wertvolle Hinweise über das Ausmass von möglichen Belastungen.

In der Historische Untersuchung von Altlasten gilt ein besonderes Augenmerk den Tanks. Ihre Lage, Art und Grösse ist wichtig ebenso wie damit verbundene Leitungen und Verrohrungen. Sicherungsmassnahmen wie Bodenwannen oder doppelte Wände, Stillegungen und Reinigungen werden  erfasst.

Schliesslich werden in der Historische Untersuchung von Altlasten auch die Peripherieanlagen erfasst. Sie können ein beträchtliches Belastungspotential bergen. So sind Heizungen, Kompressoren, Fahrzeugunterhalt mögliche Quellen von Kohlenwasserstoffbelastungen. Kühlanlagen können Quellen von CKW-Belastungen sein, aus Trafos und Kondensatoren können in der Vergangenheit PCB in die Umwelt gelangt sein. Schliesslich sind Gleise mögliche Ursachen von PAK-Belastungen.

Auch der Aussenbereich eines Betriebes fliesst in die Historische Untersuchung von Altlasten ein. Hier wird nach möglichen Quellen von Tropfverlusten, ehemalige Gruben und Auffüllungen gefragt.