CKW Altlasten

Die Untersuchung und Sanierung von Altlasten mit chlorierten Lösungsmitteln (CKW) ist technisch schwierig und finanziell aufwändig. Wenn man es nicht intelligent angeht, können jahrelange Untersuchungen und unter Umständen jahrelange erfolglose Sanierungen stattfinden.

In der Schweiz wurden CKW ab den 1930er Jahren in industriellen Massstäben eingesetzt. CKW haben ein sehr hohes Lösungsvermögen für Schmiermittel und andere Kohlenwasserstoffe. Sie haben eine geringe Flammbarkeit und eine hohe Flüchtigkeit. Das heisst, sie verdampfen schnell und die Dämpfe sind fast nicht brennbar. Darum wurden sie in der Industrie als Reinigungs- und Entfettungsmittel sowie als Lösungsmittelzusätze verwendet. Es wurde jahrelang sehr verschwenderisch mit CKW umgegangen. Das betraf vor allem chemische Reinigungen, industrielle Entfettungen z.B. in der Metallbearbeitung, die chemische Industrie sowie den Einsatz in Farben. Erst spät wurden die Gefahren der CKW für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bekannt. Auch die fast heimtückischen Eigenschaften der CKW waren lange unbekannt. Noch bis in die 1979er Jahre glaubte man, abtropfende CKW würden vollständig verdampfen. Erst später stellte sich heraus, das CKW auf den Betonboden tropfen können, dort aber nicht vollständig verdampfen sondern sogar meterdicke Betonschichten durchdringen und so in den Untergrund und ins Grundwasser gelangen können. Der wichtigste Schritt beim Verdacht auf CKW-Belastungen ist ein sofortiges Handeln. Mit jedem Tag Zuwarten haben die Substanzen mehr Zeit, sich im Untergrund oder Grundwasser weiter auszubreiten, was sie späteren Sanierungskosten immer weiter erhöht. Der wichtigste erste Schritt heisst:

 

Historische Untersuchung

In die historische Untersuchung investierte Zeit und Geld ist gut investiert. Alles, was man in dieser Phase versäumt, muss man später in wesentlich teureren technischen Untersuchungen x-fach bezahlen. Uns sind Fälle bekannt, in denen 20 Jahre lang von Gutachtern und Behörden die wesentlichen Fragen nicht gestellt und so vermeidbare sehr kostspielige technische Untersuchungen gemacht wurden. Dabei ist die Historische Untersuchung nicht nur die Grundlage für eine zielgerichtete technische Untersuchung. Sie ist auch für die Aufteilung von Untersuchungs- und Sanierungskosten von entscheidender Bedeutung.

In der Historischen Untersuchung müssen die die verschiedenen Nutzungen und Grundeigentümer möglichst umfassend erhoben werden. Die zeitliche und räumliche Entwicklung der verschiedenen belastungsrelevanten Prozesse auf dem Standort sollte ausführlich dargestellt werden. Falls die Recherchen aus Kostengründen oder Bequemlichkeit zu stark auf die aktuellen Nutzungen fokussiert werden, besteht das Risiko, dass vergangene Tätigkeiten und damit zusätzliche Schadstoffherde nicht beachtet werden. Unter Umständen bleibt auch unbekannt, ob vor dem aktuellen Standortinhaber unter Umständen andere für die Schadstoffe verantwortlich und damit zahlungspflichtig sind.